Sturz in Raucherpause kein Arbeitsunfall

Wer sich während einer Raucherpause verletzt, erleidet keinen Arbeitsunfall - folglich besteht auch kein Schutz durch die Unfallversicherung! Dies entschied jüngst das Sozialgericht Berlin.

Hintergrund war folgender Fall: Eine Pflegehelferin ging aufgrund des Rauchverbots im Gebäude vor die Tür, um eine Zigarette rauchen zu können. Auf dem Rückweg kollidierte sie mit dem Hausmeister und stürzte. Ein Armbruch war die Folge.

Die Berufsgenossenschaft verweigete jede Zahlung, da es sich nicht um einen Arbeitsunfall handele. Daraufhin klagte die Pflegehelferin, verlor jedoch. Die Richter führten aus: Anders als die Nahrungsaufnahme sei das Rauchen ein privater Konsum von Genussmitteln und diene nicht der Aufrechterhaltung der Arbeitskraft. Es bestehe daher kein Bezug zur beruflichen Tätigkeit. Dass die Arbeitnehmerin aus anderen Gründen mehrfach täglich das Haus verlassen müsse und auch danach diesen Eingang wieder benutze, spiele dabei keine Rolle.

Die Raucherpause birgt daher neben den gesundheitlichen noch weitere Risiken: Zum einen entfällt der Unfallschutz, zum anderen gibt es keinen Anspruch auf eine solche zusätzliche Pause - wer dennoch den Arbeitsplatz verlässt, riskiert eine Abmahung und gegebenenfalls sogar die Kündigung...

SG Berlin, Urteil v. 23.1.2013 (S68 U 577/12)