Radfahrer: Mitschuld bei fehlendem Helm

Das OLG Schleswig-Holstein hat in einer aktuellen Entscheidung den Schmerzensgeldanspruch einer Radfahrerin gekürzt, da diese zum Unfallzeitpunkt keinen Helm trug.


Die Radfahrerin fuhr dabei am Straßenrand, als plötzlich die Tür eines dort parkenden Fahrzeugs geöffnet wurde. Dadurch stürzte die Radfahrerin und erlitt schwere Schädel-Hirn-Verletzungen. In einem anschließenden Prozess machte sie unter anderem Schmerzensgeld geltend. Die Richter führten dabei allerdings aus, dass ihr Schmerzensgeldanspruch zu kürzen sei - schließlich wären die Verletzungen mit einem Helm deutlich geringer ausgefallen. Dieses Mitverschulden müsse sich die Radfahrerin zurechnen lassen.

 

Die Entscheidung überrascht, da keine Pflicht zum Tragen eines Helmes besteht. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Urteil Bestand haben wird, da das Rechtsmittel der Revison zum Bundesgerichtshof zugelassen wurde.

 

Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Aktenzeichen 7 U 11/12