Baurecht: Auch wer unentgeltlich abdichtet, haftet

Wenn ein Unternehmen neben anderen Arbeiten auch unentgeltlich eine Abdichtung vornimmt, muss es bei mangelhafter Ausführung für die Schäden haften.


Konkret hatten Mitarbeiter eines Dachdeckers parallel zu den Dacharbeiten auch noch einen Balkon abgedichtet. Hierfür hatten Sie keine Rechnung gestellt. Später stellte sich heraus, dass diese Arbeiten mangelhaft durchgeführt wurden und dadurch an dem Balkon ein Schaden entstanden war. Die Eigentümer verlangten nun Schadensersatz vom Dackdeckerunternhmen.


Dieses berief sich jedoch darauf, dass es sich nur um eine Gefälligkeit gehandelt habe, für die auch keine Rechnng gestellt worden sei. Eine Haftung für diese Gefälligkeit könne nicht erwartet werden.

Dem trat das OLG entgegen: Zwar könne bei einem Freundschaftsdienst und anderen Gefälligkeiten nicht immer davon ausgegangen werden, dass der Ausführende auch haften wolle und müsse. Vorliegend stünden aber erhebliche Werte auf dem Spiel. Bei einer Gesamtwertung war auch zu erkennen war, dass es sich nicht um eine klassische Gefälligkeit handele, da der gewerbliche Unternehmer sogar Mitarbeiter zur Ausführung eingesetzt hatte. Warum in diesem Fall keine Rechnung gestellt wurde, sei Entscheidung des Unternehmers und nicht ausschlaggebend.

 

OLG Koblenz, Beschluss vom 22.05.2013, Aktenzeichen 5 U 384/13