Erstattungspflicht der Detektivkosten bei vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit

Beim Verdacht einer nur vorgetäuschten Arbeitsunfähigkeit nehmen Arbeitgeber nicht selten die Dienste von Detektiven in Anspruch. Wenn sich der Verdacht bestätigt, muss der (dann regelmäßig ehemalige) Arbeitnehmer nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts die enstandenen Detektivkosten ersetzen.

Hintergrund des Falles ist, dass ein Busfahrer mehrfach krankgeschrieben war und sich beharrlich einer Untersuchung des Medizinischen Dienstes der Unfallkasenverweigerte. Der Arbeitgeber hatte daher den Verdacht, dass eine Erkrankung tatsächlich nicht vorlag. Ein Privatdetektiv konnte daraufhin feststellen, dass der "Kranke" in einem Bistro des Schwiegervaters mitarbeitete, schwere Kisten trug und Bier und Spirituosen trank. Nachdem er eine weitere Untersuchung verweigerte, erhielt er die fristlose Kündigung.

Die Kündigung selbst wurde von allen Instanzen bestätigt, über die Kosten des Detektivs bestand weiterhin Uneinigkeit. DAs Bundesarbeitsgericht stellte dann klar, dass auch diese Kosten erstattungsfähig sind, sofern die Beauftragung aufgrund eines konkreten Tatverdachts geschieht und der Arbeitnehmer dabei einer vorsätzlichen Vertragspflichtverletzung überführt wird.


Arbeitnehmer müssen diese erhebliche Kostenlast bei derartigen "Aktionen" immer im Hinterkopf haben. Andererseits wurde auch klargestellt, dass der Arbeitgeber schon einen Verdacht haben muss - die vorsorgliche Überwachung ist gerade nicht erstattungsfähig.

BAG, Urt. v. 26.09.2013 - 8 AZR 1026/12