Abstandsunterschreitung: 3-Sekunden-Regel oder 140 Meter

Das Unterschreiten des Abstandes führt regelmäßig zu einem Bußgeld, in bestimmten Fällen sogar zu eine Fahrverbot. Oft lässt sich eine Abstandsunterschreitung jedoch nicht verhindern, da andere Fahrzeuge auf die eigene Spur wechseln oder plötzlich deutlich langsamer werden. Wann in diesen Fällen eine "nicht nur vorübergehende" widerrechtliche Unterschreitung gegeben war, war oft unklar.


Das Oberlandesgericht Hamm hat dies recht knapp zusammengefasst: Wer länger als 3 Sekunden den Abstand unterschreitet, handelt widerrechtlich. Dieser kurze Zeitraum bleibt, um den Abstand - auch wenn dieser aufgrund des Verhaltens eines Dritten unterschritten wurde - wieder herzustellen.

Bei schnell fahrenden Fahrzeugen - regelmäßig auf der Autobahn - sollte nicht auf die Zeit, sondern die Wegstrecke abgestellt werden. Nach 140 Metern muss der Abstand wieder hergestellt sein.

Dass dies im Einzelfall nur schwer möglich ist - gerade im fließenden Verkehr auf der Autobahn - , findet bei dieser doch sehr starren Faustformel keine Beachtung. Im Einzelfall muss also auch weiterhin untersucht werden, ob die Verringerung des Abstands ohne Gefahr für sich und andere überhaupt möglich war. Es bleibt also trotz dieser zunächst klar formulierten Formel bei der Entscheidung des Einzelfalls.